Arsen

Als Spurenelement kommt Arsen überall in der Umwelt, in organischen Verbindungen und damit auch in Lebewesen vor. Es ist vor allem für seine toxischen Eigenschaften bekannt. Arsen ist aber auch ein normaler Bestandteil des Stoffwechsels von Pflanzen, Tieren und Menschen. Es bindet sich an bestimmte Enzyme, insbesondere solche, die für die Sauerstoffverwertung wichtig sind.
Das elementare Arsen (die graue, metallische Form) ist nur wenig giftig. Giftig sind die Arsen-Sauerstoff-Verbindungen, wie zum Beispiel Arsentrioxid (Arsenik), das bereits in geringen Mengen tödlich wirken kann. Arsenik ist auch die Substanz, die überwiegend als Mordgift eingesetzt wurde. Es ist ein geruchloses und geschmackloses weißes Pulver, das sich gut in Alkohol löst. Durch die Anreicherung und Absonderung in Nägeln und Haaren kann Arsen auch in exhumierten Leichen nachgewiesen werden.

Funktion von Arsen im Körper

Die eigentlichen Aufgaben von Arsen im Körper sind bisher nicht eindeutig geklärt. Es gibt jedoch Hinweise darauf, dass Arsen unter anderem eine Funktion im Methylgruppen-Stoffwechsel hat. Methylgruppen sind unter anderem wichtige Bestandteile bestimmter Abschnitte unserer Erbsubstanz (DNA). Arsen könnte auf diese Weise regulierend auf die Genexpression – also die Produktion von Proteinen auf Basis der in den Genen enthaltenen Baupläne – einwirken. Es zählt daher bislang zu den wahrscheinlich essenziellen (lebensnotwendigen) Spurenelementen.

Täglicher Arsenbedarf

Schätzungen zufolge liegt der tägliche Arsenbedarf bei 10 bis 25 Mikrogramm (µg). Bei normaler Ernährung werden etwa 10 bis 50 Mikrogramm Arsen pro Tag aufgenommen.

Arsen-Vorkommen

Arsen kommt in Spuren in praktisch allen Nahrungsmitteln und Getränken sowie insbesondere in Meerestieren vor. Wasser enthält in Europa durchschnittlich zwei Mikrogramm Arsen pro Liter. Der Arsengehalt im Trinkwasser muss in Deutschland unterhalb von 40 Mikrogramm pro Liter Wasser liegen.



 

Arsenmangel

Ein Mangel an Arsen für den Menschen ist praktisch ausgeschlossen, da das Spurenelement weit verbreitet ist. Bisher wurden nur bei Tieren bei Arsenmangel Wachstumsstörungen und Veränderungen im Herzmuskel beobachtet.

Medizinische Arsen-Anwendung

Arsen wird in der Medizin gegen bestimmte Parasiten eingesetzt, zum Beispiel gegen Trypanosomen (Erreger der Schlafkrankheit) und Treponemen (Treponema pallidum pallidum, Erreger der Syphilis). Heute wird im fortgeschrittenen Stadium der Schlafkrankheit teilweise noch die arsenhaltige Substanz Melarsoprol verwendet. Paul Ehrlich entwickelte im Jahr 1910 das arsenhaltige Salvarsan, das als eines der ersten Antibiotika gilt und unter anderem gegen die Syphilis eingesetzt wurde.



Auch bei der Therapie der Promyelozytenleukämie werden Arsenverbindungen verwendet.