|
Sonne
tanken?!
Trotz regelmässiger Warnungen der Dermatologen vor zu
viel Sonnenstrahlen findet weiter das alljährliche Grillieren
an den Badestränden statt. Da die Haut ein hochsensibles
Organ ist, sollten wenigstens die wichtigsten Massnahmen
zu deren Schutz unternommen werden.
Wunderwerk
Haut
Die Haut ist sensibel und robust zugleich. Als Sinnesorgan
registriert sie kleinste Streicheleinheiten und als Schutzschild
muss sie uns vor gefährlichen Eindringlingen und Verletzungen
schützen. Die Schutzfunktion der Haut richtet sich gegen biologische
(Bakterien, Pilze, Viren), chemische (Lösungsmittel, Allergene)
und physikalische (UV-Strahlung, Hitze, Kälte, Druck, Stösse,
Reibung) Einflüsse. Die Barrierefunktion wird vor allem durch
die tote Hornschicht wahrgenommen, die nicht nur das Eindringen
von aussen verringert, sondern auch den Flüssigkeitsverlust
von innen nach aussen verhindert und uns vor dem Austrocknen
bewahrt. Ergänzt wird die Schutzwirkung durch einen oberflächlichen
Hydrolipidfilm, der sich auf der Haut bildet, wenn sie Schweiss
und Talg produziert. Er "befeuchtet" die Hornschicht und verleiht
der Haut Elastizität.
Achtung
= Angriff auf die Haut
In der Schweiz erkranken jährlich 15'000 Menschen an Hautkrebs,
davon 1'500 an einem Melanom, einem bösartigen Hautkrebs, der
Metastasen im ganzen Körper bilden kann. Das sind doppelt so
viele wie vor zehn Jahren. Die Schweiz und Norwegen haben die
höchste Hautkrebsrate in Europa. Alain Gautier, Dermatologe
in Basel, warnt vor allem vor Sonnenbränden im Kindesalter:
"Unsere Haut vergisst keinen einzigen Sonnenbrand. Sonnenbrände
vor der Pubertät sind besonders gefährlich und erhöhen das Risiko,
später einmal an Hautkrebs zu erkranken". |
|
 |
Schatten
schützt nicht vor Sonnenbrand
 |
 |
Der Ausdruck "gesunde Bräune" ist ein Unsinn, denn Sonnenbräune
ist immer ein Zeichen dafür, dass die Haut angegriffen wird
und sich wehren muss. Deshalb muss man die Haut vor übermässiger
Sonneneinstrahlung schützen. Wie stark und wie lange, ist abhängig
vom Hauttyp und dem Schutzfaktor der Sonnencrème. Sonnenschutzmittel
absorbieren (chemische Filter) und/oder reflektieren (physikalische
Filter) die UV-Strahlung und verlängern die Zeitdauer, die man
gefahrlos an der Sonne verbringen darf. |
Sogenannte Selbstbräuner
sind Crèmen, die die Haut künstlich bräunen ohne dass
UV-Strahlen eingesetzt werden. Enthalten sie
keinen Sonnenschutzfilter schützen sie
nicht. Dasselbe gilt für die Bräunung im
Solarium. Geben die Geräte nicht einen
gewissen Anteil UVB-Strahlen ab, entsteht
kein präventiver Schutz. Schatten durch
Bäume oder Sonnenschirme schützt nur zu 50%
vor UV-Strahlen.
|
Wolken filtern rund 50%
der UVB-Strahlen, UVA-Strahlen dringen hingegen ungehindert
durch. Und auch Wasser ist kein UV-Schutz. In 50 cm Wassertiefe
befinden sich immer noch 60% der UVB- und 85% der UVA-Strahlen.
Eine wasserfeste Sonnencrème ist deshalb für Wassersportler
und Badende ein Muss. Nicht nur Sonnencrèmen, auch Kleider können
vor UV-Strahlen schützen. Hier gilt: Je dichter der Stoff, desto
besser schützt er. Weite und dunkle Kleider schützen besser
als enge und helle Kleider. Künstliche Fasern, wie z.B. Polyester,
schützen besser als Naturfasern. |
 |
 |
Fazit: Mit etwas Vorsicht und
den entsprechenden Massnahmen können wir die
Sonne durchaus geniessen.
Weiterführende
Informationen zum Thema finden Sie
unter:
http://www.hauttyp.ch
http://www.swisscancer.ch/dt/content/rot/portal.php
http://www.swisscancer.ch/dt/content/violett/pdf_allge/sonnenbroschuere.pdf
|