Biotin - Vitamin für Haut und Haare

Schöne, glatte Haut und fülliges, glänzendes Haar entstehen zu allererst im Darm - und das Vitamin Biotin kann dabei mehr helfen als alle Kosmetikinstitute der Welt. Dies ist umso erstaunlicher, als nur ein tausendstel Gramm dieses Vitamins als ständige Reserve in der Leber enthalten sein muss, um nicht nur alle Haut- und Haarzellen, sondern auch alle anderen Körperzellen ausreichend mit diesem faszinierenden Nährstoff zu füttern.


Körpereigene Produktion im Darm

Auch Tiere und Pflanzen brauchen Biotin; deshalb nehmen wir mit unserer Nahrung auch Biotin auf, vorwiegend in Hefe, Leber, Eigelb, Tomaten, Sojabohnen, Naturreis und Kleie. Das Biotin, das unsere Zellen brauchen, wird aber vorwiegend in unserem Darm durch Bakterien produziert. In diesem Fall stellen wir also unser Vitamin selbst her. Dies ist allerdings nur möglich, wenn die äußerst komplizierte, hochsensible und geordnete Welt der Darmmikroben nicht gestört wird. Die wollen in den gewundenen, rund acht Meter langen Darmschlingen nichts anderes als gesunde, vollwertige Kost, um fleißig ihre Arbeit verrichten zu können. Schon die geringste Störung, z. B. ein Glas scharfer Schnaps, ein Stück Würfelzucker oder eine Tablette eines Antibiotikums, kann diese Ordnung empfindlich stören.



Feinde des Biotins

Weil ein kaputter Darm und schlechte Ernährungsgewohnheiten dick machen, flüchten viele Frauen und Männer in eine Schlankheitskur mit der Folge, dass sich nun nicht mal mehr in der Nahrung das wichtige Biotin findet. Wer einer speziellen Eidiät folgt und drei Tage lang nur das Weisse vom Ei in roher Form isst, verliert schlagartig alles Biotin im Darm, weil das im Eiklar enthaltene Avidin (eine aus Eiweiß und Kohlenhydraten bestehende Schutzsubstanz) die jeweils vierfache Menge Biotin zerstört.

Biotin ist sehr empfindlich und wird vor allem durch Hitze rasch zerstört. Fertig- oder Dosengerichte, die für eine längere Haltbarkeit erhitzt wurden, enthalten oft fast kein Biotin mehr.

Auch wer pflanzliche Öle im Übermaß verwendet, schadet seinem Biotinhaushalt. Die ungesättigten Fettsäuren solcher Öle oxidieren nämlich im Körper leicht, wobei gleichzeitig Biotin zerstört wird. Die Vitamine C und E können Biotin aber vor einem solchen Abbau durch freie Radikale schützen.



Worin Biotin enthalten ist

Biotin ist besonders reichlich enthalten in:

  Vollkorngetreide       Milch, Käse und Eier
  Naturreis       Mageres Fleisch und Geflügel
  Kartoffeln und Gemüse       Frischer Fisch und Meeresfrüchte


Warnzeichen für Biotinmangel

  Abgespanntheit       Müdigkeit
  Depressive Verstimmungen       Muskelschmerzen
  Graue Mund- und Rachenschleimhäute       Hautprobleme, Haarausfall
  Schuppen       Nervosität, Gereiztheit


Biotin im Test

Weil Biotin aktiv den Stoffwechsel von Fett kontrolliert und sich gleichzeitig gern in Haut- und Haarzellen aufhält, beeinflusst es auch den Fettgehalt der Haut. Wo das Vitamin fehlt, kommt es schnell zu Seborrhö, einer krankhaft gesteigerten Absonderung der Talgdrüsen. Da wird dann zu viel Fett auf Haut und Kopfhaut ausgeschüttet. Die Folgen sind u. a. Haarausfall und Schuppen. Weil Schwefel der Haut und dem Haar seine ölige Schutzfunktion verleiht, werden die Haut grau und das Haar glanzlos, wenn ein Mangel an Biotin vorhanden ist. Auch die Fingernägel können dann schnell splittern.

Schweizer Biotinexperten haben 1991 einen interessanten Test gemacht: Sie gaben 32 Versuchspersonen mit brüchigen Fingernägeln sechs bis neun Monate lang täglich 25 Milligramm Biotin. Das Ergebnis überrascht nicht: In dieser Zeit nahm die Dicke der Fingernägel bei den Probanden um ein Viertel zu.



So gelangt Biotin zu den Körperzellen

Das Vitamin wird während der Verdauung aus dem Nahrungseiweiß herausgelöst und entweder an das Blut abgegeben oder aber auch in der Darmwand selbst synthetisiert. Dabei wirkt ein bestimmtes Enzym, die so genannte Biotonidase, mit. Dieses Protein bringt das Vitamin dann wahrscheinlich auch als Trägerstoff ins Blut und zu den Zellen. Interessant sind neue Erkenntnisse, wonach Neugeborenen mitunter dieses bestimmte Enzym fehlt. Immer wieder werden Babys mit zu niedrigem Blutzucker und zu hohen Werten an Ammoniak und Milchsäure geboren.

 

Manchmal entwickeln Babys im Alter von zwei oder drei Monaten Hautentzündungen, oder sie verlieren ihre Haare, mitunter sogar Augenwimpern oder Augenbrauen. Bluttests ergeben dann einen rätselhaften Mangel an Biotin.

Wofür Biotin wichtig ist
 
  Fettstoffwechsel
  Kohlenhydratstoffwechsel
  Gesunde, schöne Haut, Haare und Fingernägel
  Muskelzellen
  Blutzuckerspiegel
  Energie für Gehirn- und Nervenzellen


Biotin in der Nahrung bewahren

Verfeinerte Lebensmittel wie polierter Reis, Nudeln, Weissbrot usw. enthalten nur noch geringe Mengen an Biotin. Hitze zerstört das Vitamin Biotin, z. B. durch Braten, Garen, Kochen usw. Auch Säuren, wie z. B. im Essig, in allen essigscharfen Gewürzen, Essiggurken, Mixed Pickles, scharfem Senf usw., zersetzen das Vitaminmolekül, vor allem dann, wenn die Speisen lange Zeit mit Essig in Berührung kommen. Stark alkalische Lebensmittel (Alkalien sind Laugen, das Gegenteil von Säuren) schaden dem Vitamin, wie z. B. Natron (Backsoda).



Biotin-Gehalt in Lebensmitteln

Lebensmittel Milkrogramm
(je 100 Gramm)
Rinderleber 102
Kalbsleber 75
Sojamehl 63
Eigelb 54
Walnüsse 37
Erdnüsse 31
Sardinen 21
Mandeln 17
Pilze 15
Naturreis 9
Vollkorngetreide 7
Spinat 6
Krabben 6
Schaffleisch 6
Makrele 5
Schinken 5

 
Camembert 4
Emmentaler 3
Karotten 3