Brennessel

Bezeichnung:
Brennnessel (Urtica urens) “kleine Brennnessel“ (Urtica dioica) „grosse Brennnessel“ Familie der Urticaceae (Brennnesselgewächse)

Synonyme: Nessel, Hanfnessel, Donnernettel, Donnernessel, Saunessel, Sengnessel, Grosse Nedeln, Zingel, Tissel

Herkunft: Weltweit, bis 2500 Meter Höhe. In Nähe der Menschen, auf Schutthalden, Ödland, Wegrändern, Hof und Garten.

Die Pflanze:
Fast jeder kennt die Brennnessel und hat schon einmal das unangenehme Brennen auf der Haut verspürt.

Die einjährige kleine Brennnessel wird nur bis zu 60 cm hoch. Aus dem Wurzelstock treiben im Frühling aufrechte, unverzweigte, vierkantige Laubsprosse aus. Die gegenständigen, gestielten Laubblätter sind gezähnt, eiförmig, am Grund herzförmig und vorne lang zugespitzt. An der Basis haben sie jeweils zwei Nebenblätter. Stängel und Blätter sind mit Brennhaaren besetzt.

Bei Berührung der frischen Pflanze brechen die kugelförmigen Spitzen der Brennhaare ab, so dass ihr Inhalt (Ameisensäure, biogene Amine und weitere, noch nicht bekannte Substanzen) in die Haut freigesetzt wird und das typische Brennen auf der Haut und die Quaddelbildung bewirkt.
Die rispenartigen Blütenstände mit den langgestielten Blüten stehen in den Blattachseln im oberen Teil der Sprosse und sind länger als die Blattstiele. Sie bildet männliche und weibliche Blüten am selben Blütenstand aus.
 

Geschichte: Das erste dichterische Loblied wird der Brennnessel durch den römischen Dichter Catull (57 nach Christi) zuteil, der diese Pflanze lobpreiste, nachdem sie seinen Schnupfen und Husten heilte. Dioskurides, ein griechischer Arzt des 1. Jahrhunderts nach Christi behandelte mit der Brennnessel bereits die gleichen Krankheiten, bei denen sie noch heute Anwendung findet.
Paracelsus erprobte die Wirkung der Nessel bei Gelbsucht und empfahl einen Trank aus Brennnesselsaft und Ziegenmolke zur Heilung.

 
Der grosse Gelehrte Fuchs empfahl: "Die Nessel in die Lauge gelegt, vertreibt das Haarausfallen" und verabreichte eine Salbe aus Bärenschmalz und zerstossenen Blättern der Nessel gegen Podagra und Gliederschmerz.

Auch Hildegard von Bingen lobt die Brennnessel. Die Brennnessel ist in ihrer Art sehr warm. In keiner Weise nützt es, dass sie roh gegessen wird, wegen ihrer Rauheit. Aber wenn sie frisch aus der Erde spriesst, ist sie gekocht nützlich für die Speisen des Menschen, weil sie den Magen reinigt und den Schleim aus ihm wegnimmt. Und dies macht jede Art der Brennnessel. „Und ein Mensch, der gegen seinen Willen vergesslich ist, der zerstosse die brennende Nessel zu Saft und füge etwas Olivenöl hinzu, und wenn er schlafen geht, salbe er damit seine Brust und die Schläfen, und dies tue er oft, und die Vergesslichkeit in ihm wird vermindert werden.“

Pflanzenteile: Blätter, oder Kraut (frisch oder trocken – während der Blüte gesammelt)

Wirkstoffe: Mineralsalze (Kalzium, Kalium), Kieselsäure, Chlorophyll, Eisen, Vitamine C+A, Karotin, Ameisensäure, Histamin.

Wirkung:
 
Diuretisch (harntreibend)
Antidyskratisch („entschlackend“)
Stoffwechselfördernd
Bildung von Blut (fördert die Blutbildung)

Verwendung bei:
 
Stoffwechselstörung
Vergesslichkeit, Gedächtnisschwund
Herpes, Hautauschlag, Nesselausschlag, Schuppenflechte
Rheuma, Gicht
Durchfall (stopfend)
Appetitlosigkeit
Haarausfall, Schuppen, fettigem Haar
Hautunreinheiten (Pickel, Mitesser, fettige Haut)
   
Anwendung: Tee, Tinkturen, Salate

Brennnessel ist als Tee und als Bestandteil in sog. „Blutreinigungstees“ und als Frischpflanzensaft erhältlich
Alkoholische Tinkturen zur äußerlichen Anwendung als Einreibung, z.B. Haarwässer.

 

Tee:  1 Esslöffel (etwa 3 gr.) fein geschnittene trockene Brennnesselblätter werden mit 1 Tasse siedendem Wasser übergossen und nach 10 Minuten Ziehen abseiht.

Für die Durchführung einer Frühjahrskur werden 3 Tassen Brennnessel-Tee täglich getrunken.

Bestellungen und weitere Informationen bei http://www.jacaranda-blue.ch.