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Kamille
Bezeichnung: Kamille, (Matricaria charmomilla, Familie der Korbblütengewächse - Asteraceae)
Synonyme: Feldkamille - Garmille - Hermel - Kummerblume - Mägdeblume – Mueterchrut Kamelle, Karmille, Kamölln, Kühmelle, Apfelkraut, Haugenblum, Heermännle, Moderkrud, Gartenkamille, dicke Gramille, Härmelchen, Kuhmelle
Für die Pflanze existieren zwei unterschiedliche Gattungsnamen. Chamomilla ist aus dem griechischen chamaimelon, das aus chamai (niedrig) und melon (Apfel) geprägt wurde, auf Grund des apfelartigen Geruchs der runden Blütenköpfchen hervorgegangen. Der Gattungsname Matricaria ist vom
lateinischen mater (Mutter) abgeleitet und bringt die Anwendung bei Erkrankungen im Wochenbett zum Ausdruck. Als Heilmittel fand die Kamille sowohl bei den Ärzten der Antike als auch im Mittelalter und der Gegenwart hohe Wertschätzung.
Herkunft: Als Kulturpflanze; Haupterzeugerländer sind Argentinien, Spanien, Ungarn, Tschechien. Hin und wieder verwildert die Pflanze an Standorten wie Äcker, Ödland, Felder, Schuttplätze.
Die
Pflanze: Die bis zu 50 cm hohe, fast kahle, einjährige Echte Kamille zeichnet sich aus mit dem aufrechten oft reich verzweigte Stängel. Die Laubblätter sitzen wechselständig, gefiedert mit spitzen Zipfeln. Die ca. 2 cm breiten Blütenköpfe stehen einständig.
Die einreihige, halbkugelige Hülle besteht aus 20 bis 30 grünen, länglichen, stumpfen Blättchen mit schmalem, bräunlichem Rand. Der hohle, kegelförmig verlängerte Blütenboden ist mit goldgelben Scheibenblüten besetzt. Die weißen Randblüten erscheinen durch die Vergrößerung des Blütenbodens zurückgeschlagen
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Geschichte: Bereits in der Antike wurde Kamillenöl als Einreibung bei Neuralgien und Gliederreissen verwendet und bei den alten Ägyptern galt sie aufgrund ihrer fieber- und hitze- dämpfenden Kraft als Blume des Sonnengottes. Die nordischen Völker verglichen die Kamille ihrer gelben Blütenscheibe wegen mit dem Sonnengott Baldur und sahen sie als heilig an.
In der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts erwähnte Hieronymus Bock die Kamille als das gebräuchlichste Kraut in der Heilmedizin.
Viel später erzählte der Schweitzer Kräuterpfarrer und Naturarzt J. Künzle gern die Geschichte einer Frau, die man im Dorf die “Kamillenhexe” nannte. |
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Sie soll fünf
Schwerhörigen wieder zu Gehör verholfen haben, indem
sie eine Meerzwiebel in Kamillenöl briet und dieses
warme Öl öfter ins Ohr träufelte. Weiter wurde
dieser kräuterkundigen Frau nachgesagt, sie hätte
gelähmte Glieder durch Kamillenöl-Einreibungen
wieder in Bewegung gebracht.
Pflanzenteile:
Blütenköpfe zur Blütenzeit zwischen Juni und August
Wirkstoffe: ätherisches Öl, Flavonoide, Harz, Gummi, Schleimstoffe, Azulen, Bitterstoff, Wachs, Fett, organische Säuren
Wirkung:
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antibakteriell |
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antineuralgisch |
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beruhigend |
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blähungstreibend |
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entkrampfend |
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entspannend |
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entzündungshemmend |
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keimhemmend |
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keimtötend |
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schmerzstillend |
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verdauungsfördernd |
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Wundheilend |
Verwendung bei:
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Magen-Darm-Beschwerden |
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Magenkrämpfen |
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Entzündungen im Mund- und Rachenraum |
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Dickdarmentzündung |
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Erkältungskrankheiten |
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Magenkatarrh |
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Spülungen u.
Inhalationen |
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Nieren-
Leber und Gallenleiden |
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Anwendung: Tee, Umschläge, Salbe, Tinktur, äth. Öl, Dampfbäder
Kamillentee: 1 - 2 TL mit einer Tasse Wasser überbrühen, 6 - 8 Minuten ziehen lassen, davon täglich 2 bis 3 Tassen gut warm trinken. (nur beschränkt anwenden!).
Kamillen-Infus: 10 g Kamille mit 100 ml Wasser überbrühen, ziehen lassen und zum Gurgeln verwenden. Als Kompressen mindestens 15 Minuten auf die betroffenen Körperstellen auflegen
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Kamillen-Dampfbad: 1 kleine Handvoll Kamillenblüten mit 1 l kochendem Wasser übergiessen. 5 bis 10 Minuten die Dämpfe mittels grossem Tuch über Kopf und Gefäss einatmen.
Kamillen-Sitzbäder: 2 kleine Handvoll Kamillenblüten mit 2 l kochendem Wasser übergießen, abkühlen lassen und als Sitzbad verwenden. Für Kamillen-Bäder kann auch ein mit Kamillenblüten gefülltes Leinensäckchen in das Badewasser gehängt werden.
Bestellungen und weitere Informationen bei
http://www.jacaranda-blue.ch. |