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Lithium
Als Spurenelement gilt Lithium bisher für
den Menschen als nicht-essentiell, jedoch
sind eine Reihe von therapeutischen
Wirkungen, besonders auf die Psyche,
nachgewiesen. Lithium hat möglicherweise
essentielle Funktionen im Körper
Die physiologischen Funktionen von Lithium
beim Menschen sind bis heute nicht genau
geklärt. Aus Tierversuchen weiss man, dass
ein Mangel an Lithium zu erhöhten Abortraten
und zu einem niedrigen Geburtsgewicht führen
kann. Weiter können sich die
Enzymaktivitäten verändern, und das
Verhalten kann deutlich gestört werden. Es
ist denkbar, dass Lithium auch beim Menschen
ähnliche Wirkungen haben kann. In unserem
Körper ist es jedenfalls mit wenigen
Milligramm enthalten. Die grössten Vorkommen
finden sich in den Lymphknoten, in der Lunge
und Leber, aber auch im Gehirn und anderen
Organen ist dieses Spurenelement enthalten.
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In den Knochen
und Zähnen kommt Lithium ausserdem in
Verbindung mit Phosphorsäuren vor. Im Körper
finden Wechselwirkungen von Lithium vor
allem mit Natrium, Kalium, Kalzium,
Magnesium und vielen Neurotransmittern
statt. Lithium Natrium und Kalium teilweise
(unvollständig) ersetzen. Und es ist in der
Lage, im Stoffwechsel sonst unlösliche
Substanzen zu lösen, das gilt beispielsweise
für Harnsäure.
Schon aus der Antike gibt es Hinweise, dass
lithiumhaltiges Quellwasser genutzt wurde,
um Manien zu heilen. |
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Erst am Beginn
des 20. Jahrhunderts tauchte dieser Gedanke
in der Medizin wieder auf, als man
vermutete, dass Lithiumsalze
(Lithiumcarbonat) therapeutisch bei
Depressionen wirken können. Doch erst 1949
probierte man die Wirkung tatsächlich aus.
Im Lauf der folgenden Jahre konnte sich
Lithium als wirksames Medikament bei der
Behandlung bipolarer (manischer) und
teilweise auch unipolarer Depressionen
durchsetzen.
Es beruhigt und hilft bei
chronischen Depressionen, Rückfällen
vorzubeugen und die Wirkung anderer,
antidepressiver Medikamente zu fördern. Noch
relativ neu ist die Erkenntnis, dass Lithium
auch auf leichtere psychische Belastungen
einwirken kann. Es gibt beispielsweise
Hinweise, dass es aggressives Verhalten
mindern kann. Aufgrund der bekannten
Wirkungen auf psychische Prozesse kann man
Lithium in die Gruppe psychotroper
Substanzen einordnen. Es trägt zum
seelischen Gleichgewicht und zur geistigen
Leistungsfähigkeit bei.
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Die Hauptlieferanten von Lithium
Lithium kommt in unserer Ernährung in
relativ geringen Mengen vor. Eier, Milch und
Fleisch sind die wichtigsten Quellen. Auch
Kartoffeln, Gemüse und Fische enthalten
Lithium. Es ist weiter in manchen
Mineralwässern sowie in einigen Limonaden
(Coca-Cola) enthalten. Auch im Trinkwasser
kommt es, abhängig von der jeweiligen
Region, in geringen Mengen vor.
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500 mcg Lithium sind enthalten in:
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300 g |
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Eier |
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500 g |
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Butter |
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500 g |
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Getreide |
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500 g
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Reis |
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500 g
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Fleisch |
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700 g |
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Milch |
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1200 g |
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Schokolade |
Der tägliche Bedarf an Lithium
Der Bedarf an
Lithium ist bisher weder bestimmt,
noch nach neueren Erkenntnissen geschätzt.
Sicher ist,
dass die tägliche
Zufuhr aus der
Nahrung recht
gering ist. Der tägliche Bedarf an Lithium
wird, wenn überhaupt in der Fachliteratur
angegeben, nach einer Quelle von 1960 (Reis)
meist auf 10 mg täglich geschätzt.
Deckt die tägliche Ernährung den Bedarf an
Lithium?
In Deutschland werden täglich etwa = 0,8
Milligramm (mg) Lithium aufgenommen. Dabei
gibt es allerdings eine grosse Breite in der
Zufuhr. Die Werte schwanken von 0 bis zu 3
mg täglich. Würden 10 mg Tagesbedarf
tatsächlich stimmen, bestände eine
erhebliche Unterversorgung an diesem
Spurenelement. Sicher kann man auf jeden
Fall davon ausgehen, dass Lithium zu den
Spurenelementen gehört, die in jede gesunde
Ernährung gehören.
Typische Gruppen für einen Mehrbedarf an
Lithium
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bei
chronischen bipolaren, teils bei
unipolaren Depressionen |
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bei
seelischer Instabilität, vor allem bei
aggressivem Verhalten |
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bei Gicht
und Harnsäuresteinen
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zur
Immunstärkung, besonders bei
begleitender Behandlung von
Krebskrankheiten |
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bei
Alkoholismus |
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eventuell
auch äusserliche Anwendung bei
Herpes, Pilzen und Ekzemen (lithiumhaltige
Salben und Wässer) |
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Wenn Lithium im Körper fehlt
Mangelerscheinungen bei Lithium sind aus der
Forschung bisher nicht bekannt. Einige
Forscher sind der Meinung, dass ein Mangel
an Lithium zu einer Reihe von psychischen
Störungen führen kann, darunter vor allem zu
aggressivem Verhalten.
Kann man Lithium überdosieren oder gibt es
Nebenwirkungen?
Von höheren Lithiumaufnahmen aus der
Nahrung, bis zu 10 mg täglich, sind bisher
keine unerwünschten Wirkungen bekannt. Zur
Behandlung von Depressionen werden dazu im
Vergleich extrem hohe Dosen eingesetzt, die
an der Grenze zur Toxizität liegen. Daher
sind bei dieser Therapie auch einige
Nebenwirkungen möglich, beispielsweise
Erbrechen, Diarrhoe, Zittern und Krämpfe.
Die Dosierungen müssen daher ärztlich
überwacht und gegebenenfalls angepasst
werden. Von Zeit zu Zeit werden die
Lithiumspiegel im Blut bestimmt, um die
Dosierung zu überprüfen.
Lithium zur Vorbeugung – und wieviel?
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Lithium kann in
relativ geringen
Dosen bei seelischer Instabilität wirksam
sein. Die Anwendung
sollte immer ärztlich
überwacht werden.
Eine allgemeine Vorbeugung mit Lithium ist
in der Regel nicht notwendig. In relativ
geringen Dosierungen, die im Bereich der
üblichen Tageszufuhren bis zu 3 mg liegen,
kann Lithium bei seelischer Instabilität,
beispielsweise aggressivem Verhalten oder
Zwangsgedanken, eingesetzt werden. Dabei
tritt die Wirkung bei organischem Lithium
(aus pflanzlichen Quellen) oft schneller ein
als bei den anorganischen Lithiumsalzen.
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Anwendungen
von Lithium sollten auf jeden Fall
therapeutisch überwacht werden. Die
Hochdosierung von Lithium zur Therapie von
chronischen Depressionen und anderen
Krankheiten sollte ausschliesslich unter
ärztlicher Kontrolle erfolgen.
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