Starke Beilage

Resistente Stärke

Schnell ein wenig feines Fleisch oder frischen Fisch in die (Grill-)Pfanne und mit wenig Aufwand ist ein schnelles Znacht gezaubert. In Zeiten von Low-Carb werden dazu häufig Blattsalate und Rohkost gegessen, aber an der (wichtigen) Stärkebeilage wird gespart.

Was in erster Linie im Gewichtsmanagement sinnvoll erscheint, könnte ein Nachteil in Bezug auf Dickdarmkrebsprävention sein. Denn die sogenannte resistente Stärke ist in den letzten Jahren in den Blickpunkt der Forschung geraten. Wissenschaftler vermuten, dass sie zur Vorbeugung von Dickdarmkrebs beiträgt.

Resistente Stärkemoleküle gegen Heisshungerattacken
Bis vor einigen Jahren wurde angenommen, dass Stärke vollständig im Dünndarm abgebaut wird. Heute weiss man, dass ein kleiner Teil der Stärke unverdaut den Dünndarm passiert, in den Dickdarm gelangt, wo sie – ähnlich wie andere Nahrungsfasern – den Dickdarmbakterien als Nahrung dient. Resistente Stärke kommt in ganzen oder grob zerkleinerten Getreidekörnern, Hülsenfrüchten, aber auch wieder abgekühlten Stärketrägern wie Kartoffeln, Teigwaren und Reis vor. Die Stärkemoleküle können entweder gar nicht erst aufgespalten werden oder lagern sich beim Abkühlen so an, dass die abbauenden Enzyme diese nicht mehr verwerten können. Dadurch steigt einerseits der Blutzucker- und somit auch Insulinspiegel weniger stark an – ein konstanterer Blutzuckeranstieg verhindert Heisshungerattacken und langfristig Diabetes.

Ein Tausendsassa im Darm
Da resistente Stärke wie Nahrungsfasern wirkt, bindet sie ebenfalls Cholesterin und senkt deutlich die Bildung von Neutralfetten im Blut (Triglyceride). Resistente Stärke kann von den Dickdarmbakterien aber dennoch als Futter abgebaut werden, was zu einem gesunden Darmmilieu beiträgt. Es entstehen dadurch freie Fettsäuren, die offensichtlich die Aufnahme von Calcium und Magnesium fördern. Zudem hemmen sie wahrscheinlich auch das Wachstum von Dickdarmkrebszellen.

Dominique Judith Remy, dipl. Ernährungsberaterin HF