Magnesium im Essen

Gesundes Essen statt Brausetabletten

Magnesium ist eines der beliebtesten und meistverkauften Nahrungsergänzungsmittel. Bei Muskelkrämpfen, Verstopfung, aber auch bei Migräne greift jeder dritte Schweizer zu Brausetabletten oder Pulver. Magnesium ist an über 600 Stoffwechselvorgängen im Körper beteiligt, unter anderem an der Energiegewinnung, dem Aufbau von Knochen und Zähnen, der Nerven-Reizleitung, der Muskelkontraktion sowie an der Herstellung der Erbsubstanz.

Dass ein Magnesiummangel zu Krämpfen führen kann, ist wissenschaftlich nur unzureichend belegt. Zumal ein Magnesiummangel dann auch andere Symptome hervorrufen müsste, bei solch einer Wichtigkeit im Stoffwechselgeschehen. Woher die Krampfentstehung kommt, ist weiterhin unklar. Einige Theorien beziehen sich auf einen Flüssigkeits-, Kalzium- oder Salzmangel sowie Fehl- und Überbelastungen des Bewegungsapparates. Sicher ist, Magnesium hilft den Krampf zu lösen. Aber braucht es dafür extra Supplemente?

Feines mit Magnesium in Hülle und Fülle
Magnesium kommt in sehr vielen, vor allem pflanzlichen Lebensmitteln vor. Top-Favorit der Hauptlieferanten sind (schwarze) Schokolade und Kakao, aber auch alle Getreide (möglichst in Vollkornform), Nüsse/Kerne/Samen, Hülsenfrüchte und Gemüse sind magnesiumreich. Je stärker der Verarbeitungsgrad, desto geringer der Magnesiumgehalt. Ebenfalls ein guter Lieferant sind Mineralwasser, wobei dort auf einen Gehalt von mind. 50 mg/Liter zu achten ist. Ein Zuviel an Magnesium über Präparate oder angereichte Lebensmittel erhöht das Durchfall-Risiko. Daneben kann auch die Aufnahme von Eisen oder Zink gehemmt werden.

Fazit: Wer sich ausgewogen ernährt und dabei auf natürliche Produkte setzt, kann seinen täglichen Bedarf von 350 mg Magnesium gut über die Ernährung decken. Ein Muskelkrampf beim Sport ist noch kein Grund, direkt mit Präparaten nachzuhelfen.

Dominique Judith Remy, dipl. Ernährungsberaterin HF