Own it! Dein «Spieglein, Spieglein, an der Wand…»
Lesezeit: 6 min | Autorin: Silvia Talabér
Trainieren, um schön zu sein: für sich selbst, für andere, für die Community, ja für wen denn nun?! Höchste Zeit, die Gedanken zu ordnen und endlich mal klarzustellen, dass es OKAY ist, mittels Krafttraining dafür zu arbeiten, für sich selbst – und eben auch für andere – schön sein zu wollen.

Trigger Warnung: Heute reden wir Klartext und sprechen über das Thema «schön» sein. Schön sein von innen – und von aussen. Wie wir damit umgehen und was uns vorgelebt wird, prägt uns von klein an. Zu behaupten, ausschliesslich für uns selbst schön sein zu wollen, ist dabei nur die halbe Wahrheit. Und das ist gar nicht schlimm, sondern ganz normal. Wir dürfen den Einfluss von aussen auf unser Selbstbild nur nicht Überhand gewinnen lassen sondern müssen primär aus innerem eigenem Antrieb für unser Spiegelbild und unseren Selbstwert arbeiten. Krafttraining kann dabei helfen. Aber eins ums andere:
Teenie-Idole & Unsicherheiten

Das Aussehen prägt uns von klein an. Spätestens ab dem Teenager-Alter orientieren wir uns dabei an Idolen. Mein grösstes Idol war Britney Spears! Betreffend vorgelebtem Körperbild ein Glücksfall, denn die Sängerin vermittelte damals ein sportliches Körperbild. Gott sei Dank wuchs ich nicht Anfang der 90er Jahre als Teenie auf, als die ultra-thin skinny Models wie Kate Moss die Titelseiten der Klatschblätter füllten.
Und doch: Selbst mit meinen Vorbildern begann ich zu zweifeln. Obwohl ich schon immer ein Bewegungsenthusiast war, verglich ich mich, nahm mich gelegentlich als zu wenig schlank und zu wenig muskulös wahr. Dank meines Umfeldes kamen aber nie ernsthafte Zweifel auf. Ein bisschen Unsicherheit gehört zum Prozess des Erwachsenwerdens dazu. Schliesslich befinden wir uns im Teenie-Alter auf dem Weg, unser künftiges ich zu finden und zu werden (Süss 2004). Dabei orientieren wir uns an Stars, an peer groups – und heute eben auch an Social Media. Und genau da wird’s heikel, denn auf Insta, TikTok und co. werden einem aktuell in Dauerschleife gestählte und durchtrainierte Körper als Spiegel vorgehalten.
Social Media: Wer schön sein will, muss….
Leiden? Nein! Mittlerweile gibt es zahlreiche Content Creators, die erklären, dass vermeintlich perfekte Körper für Social Media wortwörtlich «ins rechte Licht» gerückt werden (NZZ Megahertz 04.2025). Sie zeigen auf, dass ein höherer Körperfettanteil, ein Unterbauch, Hip-Dips und Cellulite bei Frauen eben völlig normal und kein Makelsind. Sehr authentisch dabei die Posts zum #gymgirlreality von @annastrainingstipps: Während wir alle nach Perfektion streben, gilt es realistisch zu bleiben. Auch um der psychischen Gesundheit Willen.
Schönheit liegt im Auge des Betrachters

Wir sollten unbedingt dafür arbeiten, für uns selbst schön zu sein. Dennoch wäre es vermessen, diesen Aspekt isoliert zu betrachten. Wir sind soziale Wesen, wir streben nach Aufmerksamkeit, Anerkennung und Zugehörigkeit. Und deshalb wollen wir auch für unser Umfeld schön sein – denn auch das Umfeld gehört zu unseren Betrachtern (NZZ Megahertz 05.2025).
Mein Mantra: Ich möchte für mich und für andere angenehm sein, und das betrifft auch mein Äusseres. Ich betreibe Krafttraining für mich selbst. Doch auch mir tun Komplimente gut: «Hey, du siehst echt sportlich aus» geht runter wie Butter, weil ich mir diese Sportlichkeit erarbeitet habe, und zwar mittels regelmässigem Krafttraining, gesunder Ernährung und Disziplin. So ein Kompliment ist wie eine Belohnung für meine Bemühungen. Und es wirkt viel mehr, als wenn jemand sagt «Du hast schöne Augen», denn auf die Farbe & Form meiner Augen habe ich nun wirklich keinen Einfluss.
Lange wollte ich nicht zugeben, dass ich nicht nur für mich, sondern auch für andere schön sein will. Der Wunsch nach Bestätigung von aussen wird oft tabuisiert – und das Visuelle als erste Ebene der Wahrnehmung deines Gegenübers somit heruntergespielt.
«Sozial erwünscht» ist es nicht, zuzugeben, dass wir auch für andere schön sein wollen (Wolf 2025). Ich tue es. Und wisst ihr was? Obwohl das jetzt schräg klingt, nimmt das Druck von mir. Weil ich so anerkenne, dass auch ich von aussen beeinflusst werde, ein soziales Wesen bin und nach Anerkennung strebe. Die isolierte Betrachtung, Schönheit müsse ausschliesslich von innen kommen, kann psychisch Druck aufsetzen. Genau wie die ausschliesslich von aussen geprägte Sicht. Somit gilt auch hier: Die Mischung machts.
Wahre Schönheit kommt von innen

Natürlich kommt wahre Schönheit von innen. Schliesslich bin ich auch ein Betrachter meiner selbst. Egal ob im Kopf oder im Spiegel: Ich sehe und höre mich, ich bin mir meiner «selbst bewusst». Entsprechend hilfreich ist es, wenn ich gut mit mir leben kann. Wichtig dabei: Selbstachtung. Dazu gehört, seinen Geist und Körper zu respektieren. My body is my temple, oder so ähnlich. Was mir dabei hilft? Krafttraining: Weil ich so meine Psyche ordnen und meinen Körper formen kann.
Wenn ich mir meiner selbst bewusst bin, mich achte und mir so einen höheren Selbstwert schaffe, strahle ich mehr Selbstbewusstsein aus. Und genau HIER passiert die Magie.
Wahre Schönheit strahlt nach aussen: OWN IT!
Bin ich selbstbewusst, strahle ich das aus – und das wirkt auf externe Betrachter anziehend. Das wiederum führt zu mehr positiven Reaktionen von aussen. Ein positiver Rückkopplungseffekt findet statt: Meine Bemühungen werden gesehen und das motiviert mich, weiterzumachen. Mit Krafttraining, mit gesunder Ernährung, mit Selbstachtung.
Ein guter Freund hat mir mal gesagt: Own it! Owne, also besitze deine Gedanken, deinen Körper, dein Spiegelbild – lass dich nicht besitzen. Wenn du voll bei dir bist, strahlst du das aus. Das wirkt enorm attraktiv.
Owne aber auch die Gelassenheit, anzuerkennen, dass Motivation sowohl on deinem Inneren und auch von äusseren Faktoren getrieben wird. Dass Anerkennung von aussen zu wollen damit auch nicht verwerflich, sondern einfach nur menschlich und völlig okay ist.
OWN IT – deine psychische und deine physische Stärke, und sei lieb zu deinem Spiegelbild.
Viel Erfolg beim Krafttraining,
Silvia
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Quellen:
Annastrainingstipps (2025): Anna Fitness & Trainingstipps (@annastrainingstipps) | TikTok.
NZZ Megahertz (05.2025): Haben es attraktive Menschen wirklich leichter? In: Podcast NZZ Megahertz, Körperkult.
NZZ Megahertz (04.2025): Wie Social Media unser Körperbild verzerrt. In: In: Podcast NZZ Megahertz, Körperkult.
Gemini (2025): Was macht wahre Schönheit wirklich aus?
Süss, Daniel (2004): Sozialisation und Veränderungen im Lebenslauf: Entwicklungsaufgaben. In: Mediensozialisation von Heranwachsenden. Dimensionen – Konstanten – Wandel.
Wolf, Christian (2025): Lifehack für Erfolg überall. | life hack | TikTok