Warum ich trotz Pilates auf Krafttraining schwöre
Lesezeit: 4 min | Autorin: Perrine
Pilates ist ein grossartiges Training: Es lehrt dich, deine Haltung zu kontrollieren, Bewegungen bewusst auszuführen und jeden aktiven Muskel zu spüren. Es ist ein echtes Wunderwerk für deinen Körper, denn es schafft eine solide Basis und stärkt deine Tiefenmuskulatur. Doch auch ich musste einsehen: Wenn du einen wirklich starken, widerstandsfähigen Körper willst, der dich lange begleitet, ist zusätzliches Krafttraining unverzichtbar.

Die Pilates-Body Lüge
Ich bin Pilates-Trainerin aus Überzeugung und habe on Top bewusst noch Krafttraining in meine Routine integriert. Und weisst du was? Ich empfehle auch all meinen Schüler*innen, zusätzlich zu meinen Kursen Gewichte zu heben – Hanteln, Kettlebells… alles, was deinen Muskel bis zur Erschöpfung treibt.
Aber von Vorne: Du liebst Pilates, genau wie ich… und Pilates ist im Trend. Es ist seit einigen Jahren weltweit das Workout Nummer eins (2025 Bericht von Class Pass [1]). Getrieben von Social Media und Influencern hat es sich als Must-have und als fester Bestandteil unseres Lifestyles etabliert. Vielleicht besuchst du regelmässig Reformer-Kurse oder trainierst sogar zu Hause mit einer App.
Dank Pilates hast du deinen Körper stabilisiert und ausgerichtet, deine Körpermitte gestärkt, deine Mobilität und Körperwahrnehmung verbessert. Und du fühlst dich grossartig.
Kurz gesagt: Du hast dir eine solide Basis erarbeitet…
… und genau das ermöglicht dir, weiterzugehen! Hier kommt das zusätzliche Krafttraining ins Spiel.
Wusstest du übrigens, dass in unseren ACTIV FITNESS Studios BodyPump und Pilates – also beides Kurse mit Schwerpunkt Muskelaufbau- zu unseren beliebtesten Workouts gehören? Entgegen vieler Klischees sind darunter übrigens auch viele begeisterte Männer. [2]
Pilates + Krafttraining = Das Gewinner-Duo
Zusätzliches Krafttraining steigert deine Stärke und Fitness auf eine Weise, mit der du die langfristig dringend benötigte funktionelle Kraft für den Alltag entwickelst. Sei es beim Heben, Tragen oder Schieben, und das sicher und ohne Verletzungen. Im Alter ist sie sogar noch wichtiger, also lohnt es sich frühzeitig anzufangen (mehr dazu hier.)
Selbst mit einem Reformer oder den typischen Pilates-Props (Bänder, Circle usw.) reicht der Widerstand nicht aus, um Muskelmasse signifikant aufzubauen. Pilates stabilisiert und kräftigt, aber um deine Muskeln wirklich zu fordern und zu stimulieren, brauchst du zusätzliches Krafttraining.
Nicht falsch verstehen: Pilates ist fantastisch! Hat aber andere Benefits als zum Beispiel Hanteltraining. Mit Pilates trainierst du vermehrt die tiefen Muskeln, insbesondere den Beckenboden, den Rücken und die quer verlaufenden Muskeln. Wo hingegen beim klassischen Krafttraining andere, eher oberflächliche Muskelgruppen trainiert und gestärkt werden. So beispielsweise die Brustmuskeln oder der Bizeps. Es ist am Schluss also das Gesamtpaket.
Am Anfang war ich ehrlich gesagt etwas zögerlich… Ich habe gelegentlich BODYPUMP® gemacht und dachte, das reicht. Dann habe ich mich endlich (auch auf Anraten meiner Ärztin) entschieden, Krafttraining nicht mehr wie eine Nebensache sondern als festen Teil meiner Routine zu sehen. Und jetzt kann und will ich nicht mehr darauf verzichten.

So habe ich Krafttraining in meine Pilates-Routine integriert:
- Ich habe „klein“ angefangen: ganz sanft, mit einer Einheit pro Woche. Besser als nichts. 😁
- Bei jeder Übung habe ich auf meine Pilates-Erfahrung zurückgegriffen: Haltungskontrolle (leichte Beckenkippung zum Schutz der Lendenwirbelsäule, parallele Füsse, offene Schultern, stabile Schulterblätter… vor dem Spiegel ist das einfacher.)
- Ich habe die Intensität schrittweise erhöht: schnellere, präzisere Bewegungen, immer schwerere Gewichte.
- Nach einiger Zeit kam eine zweite Krafttrainingseinheit pro Woche dazu
- Ich habe mir Rat geholt… die Trainer*inne vor Ort sind gerne an deiner Seite. Sie haben zugehört, mich angeleitet und auch herausgefordert…
- Und ganz wichtig: Nach jeder Einheit habe ich meine Matte ausgerollt und mich gedehnt!
Fazit
Und jetzt? Ich kann dir versichern: Krafttraining hat mein Leben verändert. Es hat mir Stärke gegeben (kein Marmeladenglas ist mehr vor mir sicher!) und definierte Muskeln. Ich habe erkannt, dass sich diese beiden Disziplinen nicht konkurrieren, sondern perfekt ergänzen.
Übrigens wird oft empfohlen, beide Trainingsformen zu kombinieren – wie ein kürzlich veröffentlichter Artikel im Blog des renommierten Zentrums MD Health betont. Dort wird erklärt, dass Pilates dir Stabilität und Beweglichkeit verleiht, während Krafttraining deine Knochendichte stärkt und deine Muskelmasse erhöht. [3]
Noch ein letzter Punkt: Vielleicht bewunderst du auch die Matcha-Girls, die nur auf den Reformer schwören. Doch ich kann dir versichern: Um diese Instagram-tauglichen Ergebnisse zu erreichen, ist Krafttraining oft unverzichtbar. Aber das sagt dir natürlich niemand.
Also, wenn du noch zögerst: Trau dich, heb Gewichte, probier es aus und lass dich überzeugen.
Ich bereue nur, dass ich es nicht früher verstanden habe!
Quellen :
- [1] ClassPass 2025 Bericht (Global Fitness and Wellness Trends 2025)
- [2] Interne Statistiken ACTIV FITNESS 2025
- [3] Artikel vom 2.12.2025 publiziert bei dem MD Health: Pilates and strength training: why you shouldn’t choose one over the other | MD Health
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